Own Germany – Miteigentümer werden

Es vergeht kaum ein Tag an dem nicht die Themen Vermögensaufbau und Armut im Alter auf einen einprasseln. Sei es durch Werbung von Banken und Versicherungen oder durch Gespräche mit Freunden und Kollegen.
Nun kann jeder für sich bewerten wie er damit umgehen will. Selbstversorger werden, seinem Vermögensberater / Bankberater vertrauen, auf die Lottofee hoffen, Gold horten, gar nichts machen oder das ganze wenigstens etwas in die Hand nehmen. Wer sich wirklich mit den Themen Vermögensaufbau beschäftigt der kommt wohl an dem Thema Aktien nicht vorbei.

Die Wirtschaftswoche bezeichnete die Deutschen im Februar 2017 als „Aktienmuffel“. (1)

Im Februar 2018 konnte man auf den Seiten des Handelsblattes lesen „Zehn Millionen Deutsche haben Aktien – so viele wie vor der Finanzkrise“.

Weiterhin werden in dem Onlineartikel folgende Zahlen bilanziert:

  • rund 10,1 Millionen Menschen in Deutschland sind in Aktien oder Aktienfonds investiert
  • 5 Millionen Anleger besitzen ausschließlich Aktienfonds
  • 2,9 Millionen Anleger besitzen nur Aktien
  • 2 Millionen Anleger besitzen beides

Laut Handelsblatt erreicht die Zahl der Aktionäre damit fast das Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise 2007. (2)

Ein erfreulicher Trend. Leider nehmen noch viel zu wenige Menschen die Chancen von Aktien / Aktienfonds wahr. In Gesprächen hörte ich oft Argumente wie:

Kategorie A: „Ich habe keine Ahnung davon. Ich versteh das alles nicht.“

Kategorie B: „Ich werfe mein Geld doch nicht schleimigen Managern in den Rachen.“

Kategorie C: „Ich habe keine Lust und Zeit zur Bank zu gehen.“

Kategorie D: „Aktien kann ich mir nicht leisten.“

Kategorie E: „Aktienunternehmen beuten nur Ihre Arbeiter aus und wollen nur ihre Gewinne maximieren.“

Ja, das Thema Aktien ist wohl nicht erst seit dem Absturz der „Volksaktie Telekom“ vorbelastet. Aber es geht auch anders. Niemand muss und sollte sein gesamtes frei verfügbares Einkommen in einzelne Aktien investieren, stündlich Aktienkurse checken und Börsengurus -deren Eigeninteressen man oftmals nicht kennt – an den Lippen kleben. Eine Lösung dafür heißt Sparplan und Aktienfonds. Mit einem kleinen Beitrag werden Anteile an einem Aktienfonds gekauft, welche dann für einen „arbeiten“. Durch die Aufteilung auf die verschiedenen Unternehmen in einem Aktienfonds wird das Risiko gestreut (diversifiziert). Soviel zu den Antwortgebern der Kategorie A und D.

Auch muss man heute nicht mehr zur Bank laufen oder telefonieren um Aktien oder Aktienfonds zu kaufen. Alles geht heute problemlos per PC und Smartphone. Soviel zu Antwortgebern der Kategorie C.

Für alle die welche sich unter der Kategorie A, C und D wiedererkannt haben und auch für alle die, die nicht gerade Selbstversorger werden oder Gold horten wollen, gibt seit dem 01. Februar 2018 mit „Own Germany“ einen neuen und interessanten Anbieter auf dem Fondsmarkt.

Own Germany

Dahinter steckt die Idee mit einem monatlichen Beitrag ab 30 Euro Fondsanteile zu kaufen. Durch den monatlichen Sparplan kauft man Fondsanteile mal zu einem hohen (weniger Anteile) und mal zu einem niedrigeren (mehr Anteile) Preis. Damit fährt man als Anleger günstiger als mit einer Einmalzahlung. In der Fachsprache spricht man vom Cost-Average-Effekt. Für die Investition fallen Kosten in Höhe von 1 Prozent an. Verglichen mit einem Depotpreis bei so mancher Bank ein Schnäppchen. Der Own Germany Fonds kann auch über bestehende Depots gekauft werden.

Investiert wird in 250 Unternehmen die eine hohe Anzahl von Mitarbeitern in Deutschland beschäftigen oder einen hohen Umsatz in Deutschland generieren. Von Nahrungs- und Genussmitteln bis zu Industriegütern ist alles dabei. Mal allgemein bekannte Unternehmen wie z.B. die Deutsche Post mal nur Kennern bekannten Unternehmen wie z.B. Texas Instruments. – Ich musste feststellen, dass ich gleich 3 Taschenrechner der Marke besitze. – Die Auswahl der 250 Unternehmen wird jedes Vierteljahr neu bewertet und angepasst.

Alle Informationen zu dem Fonds und weitere Informationen inklusive eines umfangreichen FAQ sind verständlich auf der Webseite des Fonds zu finden. Natürlich fehlen auch die berühmten Beispielrechnungen nach dem Motto „Was wäre, wenn“ nicht. Diese Glaskugelschau findet sich jedoch auch bei jeder Versicherung und jedem anderen Fonds.

Die Anmeldung erfolgt online und die Identifizierung per POSTIDENT Verfahren – das geht jetzt auch bequem per App und auch am Sonntagnachmittag. Nach der Freischaltung kann man bequem alle Geschäfte rund um seinen Fonds per App erledigen. Wer möchte kann natürlich hier auch täglich den Kurs checken. Leider ist derzeit kein Chart zum Own Germany Fonds auf wallstreet:online verfügbar. Für einen ersten Überblick habe ich Screenshots meines Testdepots eingefügt.

Die Wertentwicklung setzt sich zusammen aus den ausgeschütteten Gewinnen seit Kauf der Fondsanteile und dem Marktpreis des aktuellen Werts aller zukünftigen Gewinne der im Fonds enthaltenen Unternehmen. Der Fondspreis wurde zur erstmaligen Ausgabe der Anteile mit 100 Euro je Anteil festgesetzt.

Neu ist die Idee nicht: Die Gründer des Fonds kommen aus Österreich und haben dort den Own Austria im April 2017 aufgelegt. Hier geht’s zum Chart auf wallstreet:online. Diese Konstellation stellt jedoch in Zeiten von global agierenden Unternehmen mit internationalem Management keinen Widerspruch dar.

Fazit: In Aktien zu investieren muss nicht teuer sein und ist auch ohne den großen Geldbeutel möglich. Natürlich besteht das gleiche Verlustrisiko wie bei der Investition in normale Aktien. Das Risiko ist bei Fonds wegen der Streuung jedoch geringer. Und auch der Own Germany Fonds wird nicht über Nacht reich machen. Er sollte wie alle Aktien und Fonds immer als langfristige Anlage betrachtet werden und ist daher gerade auch für junge Anleger gut geeignet den Vermögensaufbau einfach und unkompliziert zu starten und sich mit dem Thema auf einfache Art zu nähern. Alle Infos zu Own Germany gibt es hier.

Wer also langfristig einen geringen Betrag investieren kann sollte einen Blick auf den Own Germany Fonds werfen. Idealerweise stellt ein Fondssparplan jedoch nicht die einzige Säule des Vermögensaufbaus dar.

Für Antwortgeber der Kategorie B und E: Jedes Unternehmen der Privatwirtschaft muss Gewinne erwirtschaften. Die Aktionen mancher Manager und deren Auftreten sind ohne Zweifel fragwürdig und stark zu hinterfragen. Auch das Handeln gegenüber Mitarbeitern ist oft nicht unumstritten. Letztlich muss jeder selbst entscheiden wie, wo und ob er sein Geld anlegt. Es gibt durchaus auch im Own Germany Fonds Unternehmen die die Umwelt achten und ethische Standards einhalten oder sogar übertreffen. Wem das alles nicht reicht: Es gibt auch Banken und Fonds die rein nach ökologischen und ethischen / religiösen Standards handeln und auch einen Teil der Gewinne in nachhaltige Projekte investieren. Wer mehr lesen möchte, folgt meinem Blog oder schaut mal in mein Buch.


Quellen

(1) https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/aktionaerszahlen-deutsche-bleiben-aktienmuffel/19389868.html

(2) http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/aktionaerszahlen-zehn-millionen-deutsche-haben-aktien-so-viele-wie-vor-der-finanzkrise/20977306.html

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