Null-Toleranz-Politik in der Vatikanbank

Ernst von Freyberg, der seit Februar 2013 Aufsichtsratspräsident des Instituts für die religiösen Werke (IOR, allg. als Vatikanbank bekannt) ist, spricht in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 31.05.2013 (1) über sein Vorhaben aus der „Vatikanbank einen anerkannten Dienstleister innerhalb der katholischen Weltkirche zu machen, der nicht mehr die Kritik der internationalen Presse auf sich zieht“. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das IOR in Zukunft eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Geldwäsche und kriminellen Aktivitäten verfolgen. Freyberg hat den seit gut 10 Jahren laufenden Modernisierungs- und Säuberungsprozess zur Chefsache erklärt. So werden ihm zum Beispiel einmal pro Woche die Meldungen über alle Fälle mit dem Verdacht auf Geldwäsche vorgelegt. Zusätzlich leitet er die regelmäßige sattfindende Sitzung mit den Beauftragten gegen Geldwäsche selbst.

Laut Freyberg werden die Kundenbeziehungen des IOR in Zusammenarbeit mit einer externen Beratungsfirma überprüft, um bis zum Sommer allen Anforderungen der hauseigenen wie auch der internationalen Finanzaufsicht zu erfüllen. Insbesondere ist hier die europäische Behörde gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, Moneyval, gemeint. Diese verweigerte dem IOR, nach einer Kontrolle im März 2012, die Aufnahme in die „Weiße Liste“ der transparenten Staaten.

In dem Interview spricht Freyberg auch über die finanzielle Situation des IOR. Ende 2012 verfügte das IOR über 18.900 Kunden, die von 114 Mitarbeitern betreut wurden. Zudem wies die Bilanz der Vatikanbank 800 Millionen Euro an Eigenkapital und eine Bilanzsumme von 5 Milliarden Euro auf. Der Nettogewinn 2012 belief sich auf 86,6 Millionen. Dazu kommen noch 7 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen.

Quellen
(1) Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2013, Nr. 123, Seite 17.

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